AQUARITITUS

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Der Herr Titus im Badass-Look – wie ich diesen Anblick liebe.

Nass bis unter die Wolle, das Fell strähnig wie ein Fischotter, das Wasser tropft vom Bauch, die Augen leuchtend voll Adrenalin. Mit umwerfendem Zahnblitzergrinsen steht er vor mir, schnell atmend, jeden Muskel angespannt, bereit, sich sofort wieder ins Gewässer zu stürzen, um den Ast herauszufischen, den ich ihm auch gleich ordentlich weit rauswerfe.

Ab geht´s. Er startet ins Wasser. Je nach Uferbeschaffenheit mit entschlossener Arschbombe, Vollgas-Hineinlaufen oder überlegtem Klettern und vorsichtigem Eintauchen (samt witzigem Po-Hinterherholen). Sofort geht er über in diese wunderbaren rhythmischen Schwimmbewegungen, der Körper liegt tief im Nass, der Kopf bleibt knapp über der Wasseroberfläche, effizient und effektiv schiebt Titus sich durch sein Lieblingselement.

Der Ast wird mit einer runden Bewegung geschnappt und schon leitet er mit seiner Rute und einer Körperwendung einen eleganten U-Turn ein. Die kleinen, gut hörbaren Schnaufer beim Rückweg beweisen, dass er sich ordentlich ins Zeug legt.

Wenn wir an einem mächtigen Fluss wie der Donau spielen, dann bewundere ich seine coole Technik, mit der Herr Titus sich gleich nach dem Schnappen des Holzes in die Strömung hineindreht und schräg zum Ufer schwimmt (würde er sich stromabwärts drehen, würde er ja stark abgetrieben werden).

Der Junge reagiert auch im Wasser sehr gut auf meine Armzeichen. So kann ich ihm helfen, wenn die Strömung die Sichtung der Beute erschwert: Wenn er das Holz nicht mehr sieht, rufe ich seinen Namen. Er dreht sich im Schwimmen zu mir, ich zeige ihm die Richtung und schon paddelt er dorthin. Rufe ich „da ist noch einer“, nimmt er auch gleich en passant das eine oder andere vorbeitreibende Holzstück mit. Hat er schon zu viel im Maul, treibt er das Bonusstück einfach mit der Brust weiter Richtung Ufer, ohne die anderen loszulassen.😎🐕‍🦺

Am Ufer klettert er heraus, läuft zielstrebig zu mir, lässt die Beute fallen und startet das Schüttelprogramm (möglichst nahe bei mir, eh klar; so haben wir beide was davon).Apropos Schütteln: Wer sich diese Technik einmal in Zeitlupe angesehen hat, kniet nieder vor Mutter Natur, so genial funktioniert die Methode, überschüssiges Wasser aus dem Pantherpelz zu kriegen (dieser Geschichte widmen wir uns ein anderes Mal).

Herr Titus macht um sein Schnelltrockungswunder weit weniger Aufsehen wie ich. Er will nur wieder ins Wasser. Oder – nach vielen, vielen Einsätzen – er schnappt sich das geborgene Holz und läuft ein Stück zur Seite, um mal in Ruhe ein paar Zahnstocher daraus zu fertigen.

Irgendwann winkt dann das Vernunftteuferl mit der Uhr (das Homeoffice wartet! ðŸ˜ˆ) . Na gut. Wir lösen uns widerstrebend vom Badevergnügen. Herr Titus nimmt den zuletzt geborgenen Prügel und läuft ein paar Schritte vor mir Richtung Rückweg. Und dann bleibt er plötzlich stehen, dreht sich um, funkelt mich einladend an. Ich lächle meinem Bestbuddy zu – wenn du bereit bist, bin ich es auch. Und schon fliegt das Stocki wieder weit hinaus aufs Wasser… ðŸ¾ðŸ–¤ðŸ¥°#herrtitus