MONOLABILOG

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Der Herr Titus ist ja eher der wortkarge Typ. Er bellt kaum. Und er sagt gar nichts. Das kommt mir grundsätzlich sehr entgegen, auch ich genieße Abstinenz vom weißen Rauschen der Alltagsgeräuschkulisse. Und so drehen wir unsere Runden durch den Wald meist ohne viel Herumrederei. Körpersprache reicht uns fast immer und hat überdies den Vorteil, viel leiser zu sein.

Doch natürlich komme ich nicht ganz ohne Worte aus. Im Gegenteil. Manchmal muss der Herr Titus sich wirklich was von mir anhören, im buchstäblichen Sinne. Und damit meine ich jetzt nicht irgendwelche Kommandos oder Lockrufe (zB siebensüße, wenn es ums Duschen geht).

Nein, manchmal quatsche ich ihn einfach an, weil er gerade so bei mir rumsteht und mir beim Reparieren zusieht. Oder neben mir am Flussufer geht und wir den Sonnenaufgang genießen. Oder wenn ich beim Autofahren irgendwelche biblischen Strafen für Hutfahrer herbeifluche. Oder wenn er am Sofa liegt und mich aus dem Augenwinkel beim Werkeln in der Küche beobachtet…

Ich frage ihn in solchen Gelegenheiten mal nach Banalitäten. Etwa, ob er meinen Autoschlüssel wo gesehen hat. Dann wieder nach Wichtigkeiten. Etwa, ob ich mir noch einen Espresso reinhauen soll. Und oft lobe ich ihn backentätschelnd einfach dafür, dass er der „allerallerbeste Butzi ist, den ich kenne“.

Für Nichthundeeigner ist das Reden mit dem Doggo sicher ein Zustand, wo sie verstohlen zum Handy greifen und mit fliegenden Fingern den psychosozialen Dienst zum Einsatz rufen wollen.

Doch damit kann ich gut leben. Und Herr Titus? Der sagt da nichts dazu. Aber er ist ja auch der allerbeste Butzi, den ich kenne. 🖤🐾🥰🥰