NOSEY

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Der Herr Titus ist so eine richtig neugierige Nase. Im Englischen gibt es dazu ja den Begriff „nosey“. Das finde ich in diesem Zusammenhang besonders treffend, denn wo der Herr Titus seine neugierige Nosey überall hinein- bzw durchsteckt, ist schon bemerkenswert.

Das tut er in voller Unschuld und mit Selbstverständlichkeit. Nicht, dass ihm noch was dabei entgehen könnte …

Wenn wir uns auf den Weg in den Wald machen und dabei einen uns wohlbekannten Teil der Siedlung passieren, kann man das besonders gut beobachten.

Hat ein Nachbar gerade die Haustüre, Garage, ein Gartentor oder auch nur die Heckklappe geöffnet, linst der Herr Titus beim Vorbeitraben ganz offen und aufmerksam hinein.

Insbesondere dort, wo sonst die Türen geschlossen sind, muss der Wichtigmann gleich einmal eine Bestandsaufnahme machen.

Das Gleiche gilt, wenn Kinder in einem Garten Ball spielen, in dem es sonst still ist. Da schaut der Herr Titus dann gerne unter dem Sichtschutz hindurch und hofft, dass die Rasselbande die Kugel auch mal über den Zaun schießt.

Beliebt es einem Siedlungsbewohner gerade wenn wir sein Grundstück passieren, gartentechnisch tätig zu sein, ist das megainteressant (Ausnahme Rasenmäher, die Hassliebe-Beziehung von HT zu denen ist ein anderes Thema) – flugs sucht sich der Hund meines Herzens auch schnell eine Stelle, wo er frech hindurchluchsen kann.

Führt unsere direkte Nachbarin einen Besuch durch ihren Garten, dann steht der Herr Titus sofort am Zaun, und verfolgt das Geschehen gespannt regungslos und interessiert – gleich durch die Hecke. Nur sein Po ragt dann noch hervor.

Einer meiner Kunden hat sein Büro in einem Regierungsgebäude. Wenn Herr Titus und ich dort einen Termin haben, fahren wir von der Tiefgarage hoch und steigen dann direkt im Zentrum des Geschehens aus. (Also Geschehen ist jetzt natürlich relativ, wahnsinnig viel bewegt sich in so einer Beamtenburg ja nicht …)