WECKMECK

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Der Herr Titus hat so seine ganz eigene Zeitschaltuhr eingebaut. So geht er abends wie ein kleiner Beamter immer um die gleiche Zeit schlafen. Wenn etwas anders ist im hÀuslichen Ablauf, zB GÀste lÀnger da sind oder jemand einen Nachtfilm schaut, da wird er ganz unrund. Er wechselt mehrfach seine LagerplÀtze, stakst dabei demonstrativ hölzern und steifbeinig wie ein Pinocciohund, lÀsst sich laut seufzend hinfallen und beobachtet mich dabei aus dem Augenwinkel. (Nicht mal in Ruhe schlafen darf man hier).

In der FrĂŒh dann ein ganz anderes Szenario.

Variante A. Wenn ich frĂŒh raus muss, liegt Herr Titus im Vollkoma in seinemHundenest, hört nicht, schaut nicht und ist noch sooooo mĂŒde. Wenn ich ihn berĂŒhre und stupse, dann dreht er sich maximal wohlig auf den RĂŒcken und lĂ€sst sich gemĂŒtlich Kinn, Hals, Ohren und Bauch kraulen. Habe ich es endlich geschafft, ihn auf die Pfoten zu stellen, muss er erstmal eine halbe Stunde dehnen, ehe er mit mir zum Auto trottet (wo er dann auch sofort wieder einschlĂ€ft).

Variante B. Ich habe frei, Urlaub oder es ist Sonntag. Hey, da beginnt bereits um 4:30 Uhr eine lustige Körperpflegerunde mit ausgiebigem Geschmatze, Genage und Geknatsche, inkl. Stellungswechsel und KratzĂŒbung. GegĂ€hnt wird mehrmals und grundsĂ€tzlich mit einem abschließenden Fieplaut. Dann gibt es meist eine 10-minuten Pause (wo ich wieder in den Schlaf sinke) bevor hund aufsteht und ein bisschen herumgeht ( unter betontem Kralleneinsatz am Parkett, versteht sich), ehe er an mein Bett kommt und mich anstarrt, bis ich zumindest Sehschlitze forme. In dem Moment, wo der Hypnotitus diesen Weckerfolg zeitigt, grinst er mich begeistert und schwanzwedelnd an, die Botschaft: „Hurra, wir sind beide wach . Ist ja ein super Zufall. Und jetzt auf, in den Wald,Mann!“

Schaffe ich es, mich tot zu stellen, kommt Stufe 2 zur Anwendung. Herr Titus holt ein Spielzeug aus seiner Kiste oder einen wohlduftenden Kauknochen und legt mir das als Anreiz auf die Bettkante, idealerweise zum oder aufs Gesicht. Sobald ich ein Auge öffne, – gibt es wieder das oa. Verfahren.

Und jetzt kommt der Plotpoint: Wenn ich aufstehe, nach dem Morgenlackerl in die KĂŒche geschlurft bin und mir einen Espresso gebastelt habe, dann liegt der Herr Titus in neun von zehn FĂ€llen lĂ€ngst wieder in sein Hundebett gekuschelt und döst
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Vielleicht will er mir einfach dabei helfen, dass ich frĂŒh aufkomme, den freien Tag gut nutze, und wenn, dann möglichst viele Stunden mit ihm verbringe. Motto: Ausschlafen wird doch total ĂŒberbewertet. Hm, ein guter Plan in Wahrheit. Und wenn ich es so betrachte: ja, ich denke, ich werde ihm diese Erkenntnis mit dem ĂŒberbewerteten Ausschlafenkönnen gleich morgen Montag in seine Schlappohren massieren. đŸ˜ˆđŸ„°đŸ˜…đŸŸ